Hermann Simon – Sofortmaßnahmen gegen die KriseDas Sachbuch bietet 33 Strategien für Ihr Unternehmen
In der Krise ist schnelles Handeln erforderlich. Mithilfe des von Hermann Simon aufgestellten Maßnahmenkatalogs wird das mittelständischen Unternehmern ermöglicht.
Er habe das Buch schnell geschrieben, weil schnelles Handeln erforderlich sei, erklärt Professor Hermann Simon im Vorwort seines Buches „33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise“. Das Schreibergebnis ist aber keineswegs eine flüchtige Aufzählung von aktionistischen Werkzeugen, sondern ein fundierter Maßnahmenkatalog, mit dem mittelständische Unternehmer konkret handeln können. Unbrauchbare Wachstumsstrategien in der KriseBevor es aber an die Arbeit geht, ruft der renommierte Ökonom theoretisches Grundwissen über das Zusammenspiel von Preis, Absatzmenge und Kosten ab. Typische Wachstumsstrategien wirken nur langfristig und sind in der aktuellen Krise nicht brauchbar. „Manager müssen die Wirkungszusammenhänge tiefgründig verstehen“, um die vielen Kostenparameter zu nutzen, lautet die Erklärung des Autors für diese Herangehensweise. Nicht nur Unternehmenslenker, sondern auch Betriebswirtschaftsstudenten werden davon angetan sein. Denn durch die Darstellung der Kostensenkungsmechanismen in leicht verständlicher Sprache kann der Leser die Wirkung der 33 Sofortmaßnahmen gut nachvollziehen. Krisenmanagement für Unternehmer„Das Problem liegt nicht in der Krise, sondern in der Wahrnehmung und im Umgang mit ihr“, schreibt Simon und unterteilt die vorgeschlagenen Maßnahmen in vier Bereiche: Sofortmaßnahmen bei veränderten Kundenbedürfnissen, für Vertrieb und Außendienst, für das Angebots- und Preismanagement sowie für Service und Dienstleistungen. Einige Maßnahmen, wie zum Beispiel eine stärkere Preiswerbung oder die Erschließung neuer Kundensegmente, sind bekannt und erprobt und erscheinen sofort plausibel. Über andere, wie das Eingehen auf Bartergeschäfte oder Preisbundling, die der Autor jeweils mit Beispielen aus realen Unternehmen belegt, muss nachgedacht werden, vor allem, wenn es darum geht, sie im eigenen Betrieb einzuleiten. Je nach Art des Unternehmens verbieten sich einzelne Aktionen von selbst: Ein Dienstleistungsunternehmen muss anders agieren als ein gewerblicher Produktionsbetrieb. Simon rät aber dennoch, jede der 33 Sofortmaßnahmen auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und schlägt dafür ein Matrixsystem vor. „In der Krise ist Preismanagement einer der wichtigsten Aktionsbereiche“, führt Simon aus. Warum es besser ist, einen Mengen- als einen Preisrückgang hinzunehmen, lässt er den bei Erscheinen des Buches noch an der Spitze von Porsche stehenden Wendelin Wiedeking erklären: „Wir werden die Märkte nicht mit Fahrzeugen vollpumpen, für die keine Nachfrage besteht. Wir produzieren immer ein Auto weniger, als der Markt verlangt.“ Ganz wichtig ist sodann bei für gut befundenen Maßnahmen die Umsetzungsphase. Auch ihr widmet der Autor ein ausführliches Kapitel und stellt die Frage, ob in der Krise von einer Führungspersönlichkeit andere Qualitäten gefordert werden. Sein Rat, den Geschäftsführer nicht zuletzt für die Außenwirkung ihres Unternehmens beherzigen sollten, wenn sie ihr Krisenmanagement einleiten: „Authentisch und glaubwürdig bleiben.“ Hermann Simon: 33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise. Campus-Verlag 2009. Gebunden, 203 Seiten. Euro 24,90.
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